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Die Form, d.h. das knöcherne Skelett bedingt die Funktion der Muskulatur und die Funktion der Muskulatur wiederum bedingt die Form des Skeletts.

Die orofaziale Muskulatur steht dabei als dynamisches Element dem skelettalen System zur Verfügung und bewegt es.

Das knöcherne Skelett ist eingebettet in einem hochdifferenzierten Bewegungsapparat von Agonisten und Antagonisten, die in einem dynamischen Gleichgewicht stehen sollen.

In der Therapie gilt es, Fehlfunktionen zu verändern:

Sogenannte Dysfunktionen (oder Dyskinesien) wie offene Mundhaltung, fehlerhafte Schluckfunktionen und fehlerhafte Lautbildung sowie Parafunktionen wie Daumen- lutschen, Bruxismus, Fingernägelkauen, Zungenpressen, Lippen- und Zungenbeißen.

Diese Fehlfunktionen sind nicht angeboren, sondern sind das Ergebnis von Lernprozessen.

Der orofaziale Bereich hat viele Möglichkeiten der rezeptiven Wahrnehmung und der motorischen bzw. expressiven Reaktionen.

Viele dieser Angewohnheiten, die zu Fehlfunktionen führen, stehen in einem starken emotionalen Bezug zu der Person. (z.B. Daumenlutschen, Knirschen, Zungenpressen, fehlerhafte Lautbildungen)

Ausgangsbasis der Therapie ist die Befunderhebung.

Im Vorgespräch muß eine Grundlage für die Motivation der Therapie geschaffen werden.

Die Eltern werden als Ko-Therapeuten eingesetzt.

Die Zielsetzung wird vom Therapeuten und Patienten genau definiert.

Übungen in der orofazialen Muskeltherapie

1.Mundschlussübungen. Hierzu gehören Atem- und Lippenübungen.

Auch Entspannungsübungen zur Herabsetzung des Muskeltonus im orofazialen Bereich können hier eingesetzt werden sowie Wärme- und Massageanwendungen.

2.Schluckübungen. Hierzu gehören Zungenplazierungsübungen, Zungengeschick- lichkeitsübungen, Schlürfübungen, Flüssigkeitsschlucken, Kauübungen und Schlucken sowie die Automatisierung der Schluckgewohnheit.

Diese erlernte Fertigkeit muß durch den Therapeuten über einen längeren Zeitraum in Abständen kontrolliert und durch Belohnung dann verstärkt werden.