P S Y C H O M O T O R I K heißt Entwicklungsförderung durch Spiel, Bewegung und Wahrnehmungsschulung. Psychomotorik geht von der Einheit seelischer („Psycho“) und körperlicher Vorgänge in der Bewegung („Motorik“) aus. Die Entwicklungsförderung bezieht sich insbesondere auf: - Kinder mit Entwicklungsverzögerungen im Bewegungsbereich
- besonders unruhige und überaktive Kinder
- ängstliche oder gehemmte Kinder, die sich nur wenig zutrauen
- Kinder, deren Entwicklung durch bestimmte Krankheiten beeinträchtigt wird (Asthma, Neurodermitis, Leukämie u.ä.)
- Kinder mit Lernleistungsschwächen (Rechnen, Schreiben, Lesen)
Ursachen: Die genauen Ursachen für solche Störungen sind schwer festzustellen. Sie können u.a. in frühen Entwicklungsstörungen, in ungünstigen Umweltbedingungen, in Schwächen der körperlichen Konstitution, in Bewegungsmängeln oder aber auch in falscher Förderung und Behandlung zu finden sein. So findet sich z.B. eine mögliche Ursache in einer geringen Funktionsabweichung des Zentralnervensystems. Merkmale: Die ersten Auswirkungen bleiben oft unbemerkt, solange das Kind noch klein ist. Im Laufe der weiteren Entwicklung können z.B. „Zappeligkeit“, „Unkonzentriertheit“ und „Faulheit“ auftreten. So sagen Eltern über ihr Kind häufig: “Er könnte, wenn er nur wollte“, „Er kann nicht gehorchen“, „Er traut sich nichts zu“ oder „Er kann einfach nicht ruhig sitzen bleiben“. Ziele: Im Mittelpunkt steht die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Handlungs- fähigkeit des Kindes. Dies wird erreicht, indem die Kinder: - ihren Körper wahrnehmen, erleben, kennenlernen, mit ihm umgehen
- die Welt wahrnehmen, sich an Umweltgegebenheiten anpassen, mit „ich“ umgehen können, sich verändern können.
- Andere wahrnehmen, sich an sie anpassen, mit Anderen sinnvoll umgehen, Andere verändern können.
Ein wesentliches Prinzip psychomotorischer Förderung ist die Freiwilligkeit. Die Kinder werden nicht zu bestimmten Bewegungen oder Spielen gezwungen. Sie sollen viel mehr aufgrund der Attraktivität des Angebotes eine Eigenaktivität entwickeln. Praxis: In der Praxis werden Kinder in ihrer Beweglichkeit, in ihrer (Selbst-)Wahrnehmung, in der Koordinationsfähigkeit und im Gleichgewichtsvermögen gestärkt. Die Kinder sollen im spezifischen Umgang mit Geräten und Materialien aktiver, sicherer und mutiger werden. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, ihren Bewegungsdrang auszuleben, gleichzeitig aber Erfahrungen der Bewegungskontrolle und –beherrschung machen. Über motorische Leistungen und Erfolge soll das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden. Die Kinder sollen lernen, mit Gefühlen, z.B. Aggressionen oder Ängsten, umzugehen. Im Umgang miteinander erfahren die Kinder ihre eigenen Grenzen und die Grenzen der Anderen. An die Eltern: Unsere Arbeit kann nur ein Impuls, ein Anfang für eine Veränderung sein, in der Sie Ihr Kind weiter unterstützen sollen. Um Ihnen hierbei eine Hilfestellung zu geben, bieten wir Ihnen auf Nachfrage gerne Elterngespräche an.
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